Trägerwerk soziale Dienste

Pentzer Jugendclub schließt nach 13 Jahren

 

Petra Bayer betreute neun Jahre lang Jugendliche im Gutshaus. Die Kinder sind groß und der Gemeinde fehlt es an finanziellen Mitteln. VON JANA OTTO | Demminer Zeitung

 PENTZ   

Petra Bayer erinnert sich noch gut, als sie 2001 in die offene Jugendarbeit einstieg. Damals hatte sie eine ABM-Stelle, ein Jahr später ist sie dann als Vollzeitkraft angestellt worden. Träger des Jugendclubs war das Trägerwerk Soziale Dienste und um die Stelle zu bekommen, stand Petra Bayer quasi täglich auf der Matte bei Susanne Wilken.   

Diese Hartnäckigkeit zahlte sich letztlich aus, nach einer Qualifizierungsmaßnahme hatte sie den Job. Und auch der Gemeinde Borrentin lag diese Stelle am Herzen. "Ich weiß noch, wie der Bürgermeister eines Tages vor meiner Tür stand", erinnert sich Petra Bayer. "Der Bürgermeister Eckhard Wach war an einer langfristigen Lösung interessiert", sagt Susanne Wilken. Zwölf bis 14 Kinder täglich kamen in den Anfangsjahren in den Jugendclub. "Viele führte der Weg vom Schulbus direkt in den Club. Und ich habe mir immer was einfallen lassen", sagt Petra Bayer.   

Neben Spaß und Spiel im und um das  Gutshaus herum standen auch Backen, Kochen und ab und zu mal ein Ausflug auf dem Programm. Während nachmittags vor allem die Jüngeren in ihren Club kamen, zog die Einrichtung abends die Jugendlichen an. "Wir hatten extra einen Fitness-Raum eingerichtet", sagt Petra Bayer. Neben der Möglichkeit, einfach nur einen Treffpunkt zu haben, sich zu unterhalten, zu spielen und Sport zu treiben, half Petra Bayer ihren Schützlingen auch bei der Suche nach Praktikumsplätzen und übte Bewerbungssituationen, wenn Vorstellungsgespräche anstanden.

"In den neun Jahren habe ich viele Kinder groß werden sehen", sagt sie nachdenklich. Noch im Nachhinein ist die Pentzerin stolz auf "ihre" Mädchen und Jungen, denn im Club habe ein familiäres Klima geherrscht, bei dem die Großen auch auf die Kleinen achteten. Besonders beliebt war der Club in den Ferien, bis zu 25 Kinder kamen dann täglich. "Es hatte sich rumgesprochen, dass es gute Angebote für die Kinder gibt", weiß auch Susanne Wilken. Nicht immer ganz einfach sei es gewesen, Eltern zu motivieren, die Gruppe beispielsweise bei Ausflügen zu begleiten. "Manchmal hätte ich mir mehr erhofft", sagt Petra Bayer rückblickend.   

Eine feste Bank hingegen war ihr in all den Jahren Petra Köpp, die in Pentz die Seniorenarbeit organisiert. "Wenn ich sie nicht gehabt hätte, wäre vieles nicht möglich gewesen", sagt Petra Bayer ehrlich. Überhaupt habe die Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Dorfclub und auch mit der Freiwilligen Feuerwehr immer sehr gut geklappt.  

Das alles gehört nun der Vergangenheit an. Über die Jahre seien die Kinder aus dem Club herausgewachsen und nur wenige nachgekommen, sagt Petra Bayer. Hinzu kommt, dass es sowohl für die Gemeinde als auch für das Trägerwerk im vergangenen Jahr ein Kraftakt war, den Club zu erhalten, der je zu einem Drittel aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, der Gemeinde und des Trägerwerkes finanziert wurde.  

"Die Kommune konnte ihren Beitrag nicht mehr zahlen, sondern nur noch ein Mindestmaß", sagt Susanne Wilken. Daraufhin habe sie beim Geschäftsführer des Trägerwerkes ausgehandelt, dass das Trägerwerk zusätzlich die Differenz des kommunalen Anteils übernimmt. "Es war absehbar, dass es das letzte Jahr sein wird", sagt Susanne Wilken. Als Fachfrau geht sie davon aus, dass künftig immer mehr Anlaufstellen für offene Jugendarbeit von der Landkarte verschwinden werden.

Etwas wehmütig ist Petra Bayer zwar beim Blick zurück, doch die Pentzerin schaut sehr optimistisch in die Zukunft. "Mein Mann und ich ziehen weg, dichter zu unseren Kindern", sagt sie. Und diese Entscheidung mache es auch Susanne Wilken einfacher, sich von einer engagierten Mitarbeiterin zu trennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Ich möchte nicht einen Tag missen", sagt Petra Bayer. Neun Jahre lang betreute sie Kinder und Jugendliche im Jugendclub Pentz – bis zum letzten Tag. Denn mit dem Ende des vergangenen Jahres ging in Pentz die Schließung des Jugendclubs einher.

 

 

 

 

     

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